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Der Weg ist das Ziel

Westsahara

Nach unserem  landschtlichen Highlight wollten wir die Meeresbriese spüren und an den Atlantischen Ozean. Unglaublich, der Wind bliess uns in Tan Tan Plage fadengrade und mit einiger riesigen Wucht ins Gesicht. Das Tor zur Sahara ist nun erreicht. Wunderschöne zum Zuschauen, wie sich die tosenden Wellen an der Küste überschlugen aber keine Menschenseele geht freiwillig Gassi 🐶! Noch schnell etwas Wäsche waschen, denn es trocknet ja nie besser als jetzt und Infoaustauschen mit unserem österreichischen Nachbarn, der uns einige Tips zu Mauretanien mitgab. Nachts wurden sogar wir im bushcruiser in den Schlaf gerüttelt! Wie war es wohl für unseren Nachbar, der sich mit seinem Dachzelt Maggiolina in Cruisers Windschatten stellte 😫. Unsere Route führte uns weiter zum Parc Nacional Sudi Akhfennir mit der wunderschöne Lagune Naila. Tollster View auf die umliegende Dünenlandschaft. Auf unserem 3 stündigen Walk der Lagune entlang genossen wir bei schönstem Sonnenschein und KEIN Wind Muschelnsammeln und den herrlichen Ausblick auf den Atlantik. Unser nächstes Ziel hiess Tarfaya, wo wir uns im kleinen Museum des Flug-Pioniers und Autors Antoine de Saite-Exupéry (Der kleine Prinz) weiterbildeten. Wie hätten wir gerne in einem der hübschen Cafés an Tarfayas Uferpromenade eine Käfeli genossen und den Blick auf das Meer genossen. Mhh, liegt es an der falschen Saison oder an Ramadan? Alles liegt etwas versandet und verbreitet einen Dornröschenschlaf. Der Wind legte mal wieder zu und mit dem kartentechnischen Einfahren in die Westsahara hat er uns wieder voll im Griff. Wir staunten nicht schlecht, bis El Aayoune gibts eine 4 spurige Autobahn. Wir wählten die Küstenstrasse, doch leider brachte es bei diesem Sandsturm herzlich wenig. Ausser dem Sandpflug, einige Kamele und Tracks, war die Gegend menschenleer. Alle 500 m stand ein Militärlager, das diesen Küstenabschnitt von über 200 km kontrolliert. Zu gross ist offenbar Marokkos Angst von Migranten auf diesem Seewegabschnitt. Grossstadt El Aayoune in der Wüste wurde erbaut, denn dank einem 100 km langen Förderband (das längste der Welt) wird im grossen Stil (Marokko verfügt über 70 % der globalen Reserve) Phosphorgestein abgebaut. Die Strasse bis Boujdour ist weiter in einem Topzustand und immer wieder erhaschen wir den Weitblick links in die endlose Wüste und rechts auf den türikisblauen Atlantik. Ohhh wow, kein Sturm und die Sicht ist frei 😉 einfach fantastisch. Und irgendwann vor Boujdour treten die 130 Windräder von Siemens auf, die ganz ruhig sich im Kreise drehen. Alles klar, bestimmt aus gutem Grunde wurde diese Gegend gewählt. Unser nächstes Ziel waren die heissen Quellen von Jraifia. Wunderschön gelegen inmitten der Wüste genossen wir diese 43 Grad warmen heissen Quellen ganz für uns alleine. Abwechselnd begleitete uns Wind und viel Sonne bis nach Dakhla. Und ja, irgendwie sind wir hier hängengeblieben. Spontan entschieden wir uns, hier in diesem Kite-Eldorado etwas Neus auszuprobieren… let‘s see, ob wir das in unseren alten Tagen noch hinkriegen? Und wie es uns dann gelaufen ist auf diesem Brett mit einem steuerbaren Tuch in den Händen gibt’s in unserem nächsten Update!!!

Noch etwas zur Situation hier in der ehemaligen Westsahara:
Die aktuelle Situation im Westsahara-Konflikt zwischen Marokko und der Polisario ist von diplomatischen Fortschritten geprägt, bleibt aber ungelöst. Marokko kontrolliert ca. 70% des Gebiets, die Polisario die restlichen 30% als “befreite Zone”. Im Oktober 2025 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat, die Marokkos Autonomieplan als Basis für Verhandlungen empfiehlt – Westsahara als autonome Region unter marokkanischer Souveränität. Dies markiert einen diplomatischen Erfolg für Rabat, unterstützt von USA und Frankreich; Algerien und Polisario kritisieren es.
Neueste Verhandlungen im Februar 2026 fanden in Madrid statt. Gespräche mit Marokko, Polisario, Algerien und Mauretanien. Erstmals mit Marokkos Plan als alleiniger Grundlage. Die MINURSO-Mission wurde bis Oktober 2026 verlängert und weitere technische Talks sind geplant, doch ein Referendum bleibt blockiert.

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