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Der Weg ist das Ziel

Westsahara – Antiatlas

Gerne wollten wir unseren neu gewonnen Sport, das Kiten, nochmals etwas verfestigen. Also Blinker stellen nach links an die Lagune von Dakhla. Nun, Peter hatte es nach zwei weiteren Lektion ja voll im Griff und ich, nun ja… FRAU studiert zu viel, FRAU denkt zu viel, FRAU will zu viel 🤷🏻‍♀️. Mhhh, geduldig bleiben heisst also meine neue Erkenntnis. Der 60 h/ km starke und teils mit Böen durchmischte Wind machte es einer Anfänger-FRAU ja auch nicht gerade leicht. Und mit einer weiteren grossen Erfahrung in unseren Herzen und Motivation, die mir mein geduldiger Kitelehrer Björn und alle erfahrenen Kite-Frauen im Sahara Desert Camp mitgegeben haben, machten wir uns auf Richtung Norden. Und ich bin überzeugt, irgendwann wird es dann auch FRAU Flury noch meistern 😉.

Wir freuten uns so, nochmals die Westsahara zu durchfahren. Mit seiner unglaublichen, sandigen, fast unwirklichen, sternenklaren Nächten und einzigartigen Landschaften war sie uns in besonderer Erinnerung. Doch einmal mehr gesellte sich der böenarige Sandsturm zu uns, so dass wir auf lange Stopps gerne verzichteten und die Ausläufer des faszinierenden Anti-Atlas Gebietes ca. 200 km südlich von Agadir ansteuerten. Herrlichste Abstecher an den Atlantik nach Sidi Ifni und zu den Felsentoren von Legzira, in die Silberstadt Tiznit und vor allem die tolle Umgebung von Tafraoute haben uns riesig gefallen. Auf dem ruhigen Campingplatz Tagtout blieben wir gleich 3 Tage hängen, so gut hat es uns gefallen. Wir erkundeten die Umgebung mit dem Bike und die freundlichen Menschen, die zu dem Berber-Stamm der Amazigh angehören, sind uns einmal mehr ans Herz gewachsen. Sie leben vorwiegend von der Landwirtschaft (Mandeln, Argane und Oliven). Die Arganbäume wachsen übrigens nur in dieser trockenen und wüstenhaften Gegend und das kostbare, aufwändig gewonnene Öl, das goldige Öl von Marokko, wird in der Medizin und in der Kosmetik weltweit verwendet. Die Weiterfahrt bei sensationeller Weitsicht über Tizourgane mit der Besichtigung des gleichnamigen Kasbah nach Taroudant war einmalig schön. Die Souss-Massa Ebene gehört zu den fruchtbarsten Gebiete in Marokko und so werden hier im großen Stil Zitrusfrüchten in allen Variationen und Gemüse angebaut, welche vorwiegend für den Export-Handel dienen. 38 Grad hatten wir bei unserem Stadtbummel durch Taroudant, die mit ihrer voll intakten Stadtmauer von 6 km auch Klein-Marrakech genannt wird. Ihre Lage am Fusse des südlichen Atlas ist wunderschön. Und so lassen wir auf dem Camping du Jardin bei einem einzigen kühlen Bierchen in Flury‘s Haushalt im Schatten eines Feigenbaumes die Seele baumeln.

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