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Der Weg ist das Ziel

Von der grünen Rif-Küste zu schneebedeckten Atlasgipfeln und goldener Wüstensahara

Medina-Gewuschel im quirligen Tanger Ville. Auf dem herrlichen Camping Miramonte, der eine Oase mit schönsten Ausblick bot, konnten wir uns herrlich akklimatisieren und letzte Vorbereitungen für die Fahrt in den Süden treffen. Kaum auf dem Kontinenten, wurden wir mit Welcome to Marocco oder bienvenue au Maroc begrüsst. So schön, das kommt gut 🙂 Über Chefchauen, der blauen City und Hochburg des Cannabis, (offenbar liefert Marokko um 70 % des Cannabis nach Europa) im wunderschönen Rif-Gebirge, zog es uns weiter nach Fès in eine der 4 Königsstädte. Man sagt, Fès beherberge die schönste Medina von ganz Marokko und tatsächlich: ein UNESCO-Weltkulturerbe mit über 8000 Gassen, Gerberei und Färberei, Moscheen, Koranschulen und lebendigen Märkten. Gerüche von Gewürzen und Leder mischen sich in den engsten Gassen. Wer hat da noch die Orientierung innerhalb der Stadtmauer mit seinen 14 Toren… ? Unglaublich schön und wirklich wie aus 1001 Nacht. Wir schlafen auf dem Parkplatz gleich an der Medina einfach perfekt. Das Rif-Gebirge, ein zerklüftetes Atlas-Aussenmassiv erstreckt sich parallel zur Mittelmeerküste. Wir erleben ein Wechselbad der Gefühl und Eindrücke. Modernstes Shoppingcenter im Stadtteil Nouvelle Ville in Fès mit allem was dein Herz begehrt und keine 30 km südlich sehen wir die Bewirtschaftung der Felder mit „Ross ond Wage“. Nach wie vor ist diese fruchtbare Gegend mit seinen blühenden Mandelbäumen, Orangen- und Mandarinenplantagen und Olivenhaie, die an den Hängen gedeihen, gezeichnet von den heftigen Regenfällen der letzten Wochen. Die Strassen sind aber soweit passierbar und wir durchfuhren ein weiteres Gebirge, den Mittleren Atlas. Kleine Berberdörfer, ausgedehnten Zedernwälder und Berberaffen locken auf 1800 m. Und bereits tauchten in der Ferne die schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas auf. Dieser 800 km lange Gebirgszug erstreckt sich von der Atlantikküste ins Landesinnere und trennt den Norden von der Sahara. Die Gegensätzte könnten nicht grösser sein, denn mit dem Eintauchen durch die Ziz-Schlucht mit dem gleichnamigen Fluss durch das Atlasgebiet, verwandelt sich die Landschaft in beeindruckende wunderschöne rote Klippen und einfache Palmendörfer. Die Erg-Chebbi-Dünen waren nicht mehr weit und vor uns weitete sich ein über 30 km langer Dünengürtel auf. Wow, wir Wüstenliebhaber sind angekommen und so geniessen wir in Merzouga das geniale Wüsten-Feeling und campen direkt am Dünenmeer.

Nice to know: Marokko ist seit 1956 unabhängig von Frankreich und ist fast so gross wie Spanien (ohne die Westsahara eingerechnet). Einwohnerzahl um die 40 Mio. Nachbarländer: Algerien, Mauretanien. Im Westen die Atlantikküste und im Norden das Mittelmeer. Hauptstadt ist Rabat an der Atlantikküste. Die vier historischen Königsstädte sind Fès, Marrakesch, Meknès und Rabat. Warum dies? Weil im Laufe der Geschichte verschiedene Dynastien ihre Hauptstadt in unterschiedliche Städte verlegt haben. Mohammed VI ist seit 1999 König von Marokko. Marokko ist eine konstitutionelle Monarchie mit König Mohammed als Staatsoberhaupt, Oberbefehlshaber der Armee und religiöser Führer. Er ernennt auch den Regierungschef. Marokkos Hauptgebirge ist das Atlasgebirge mit vier Abschnitten: Rif-Atlas, Mittlerer Atlas, Hoher Atlas mit seinen 5 Viertausender und Antiatlas (das südlichste). Das Land hat zwei Amtssprachen: Arabisch und Tamzight, eine Berbersprache, welche offiziell seit 2011 anerkannt ist. Französisch ist als Zweitsprache besonders im Tourismus, Bildung und Handel weit verbreitet. Bis jetzt haben wir erlebt, dass auf dem Land eher wenige Menschen französisch sprechen. Oftmals sogar noch eher spanisch und natürlich englisch. Bestimmt wird das in den wichtigen Städten anders sein. Die grösste ethnische Gruppe sind die Berber (oftmals arabisiert) und ca. 20 % sind Araber. Minderheit stellen die Europäer / Expats dar mit rund 70000 Einwohner. Marokko kontrolliert seit 1975 etwa 80 % der Westsahara und betrachtet sie als südliche Provinz (Sahara) unter seiner Souveränität. Die Polisario-Front proklamiert die Unabhängigkeit der DARS (Demokratische Arabische Republik Sahara) doch Marokko hält die Region mit einer 2500 km langen Sandmauer, welche vermient ist.

Zu guter Letzt: Einfach nur very nice…!

Peters Geld ist in der Hosentasche und diese wandert direkt zum Waschen.
Die gute Wäscherin Fatima schwimmt da plötzlich im Geld oh jee, wo kommt denn all das Money her.
Als Petra abends kommt zum Holen die grosse „Täsch“, auf französisch muss erfahren: „Nous avons trouvé beaucoup d‘argent dans ce „linge“…
Im tiefen Marokko die ehrlichsten Menschen sind ein Segen, zwei 50 Euro-Scheine und 1-Dollarnoten nennen sie nicht ihr Eigen.
Danke liebste Fatima, du bist ein riesengrosser Engel und mein Mann ein grosser lieber Bängel.

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