Die marokkanische Hauptstadt Rabat liegt elegant am Atlantik und verbindet das ruhige Flair einer Küstenstadt mit dem Stolz einer Königsstadt. Zwischen weißen Fassaden, blauen Akzenten und historischen Mauern spürt man hier überall Geschichte, ohne den Trubel vieler anderer Metropolen.
Besonders eindrucksvoll ist die Kasbah des Oudayas, mit wunderschönem Blick auf Fluss und Meer. Nur wenige Schritte weiter stehen der Hassan-Turm und das Mausoleum von König Mohammeds V. wie stille Zeugen einer großen Vergangenheit. Rabat wirkt dabei nicht laut oder überwältigend, sondern stilvoll, entspannt und überraschend authentisch mit einem Schuss europäischem Flair. Und all dies ist problemlos zu Fuss zu erreichen. So genossen wir es, mal für zwei Nächte in einem Riad zu nächtigen und so die entspannte Atmosphäre aufzusaugen. Am schönsten ist vielleicht gerade dieser Mix: Spaziergang durch alte Gassen, danach der Blick aufs Meer und den Abend das lebendige, aber angenehme Stadtgefühl in einer Rooftop Bar ausklingen zu lassen. Rabat war für uns eine Hauptstadt mit Charme und wird uns in wunderbaren Erinnerung bleiben.
Durch das landwirtschaftliche Agrarmekka, ging es dann Richtung Meknès, der 4. und letzten Königsstadt. Doch einige Kilometer vorher bogen wir für zwei Nächte noch kurz ab auf den Camping Bellvue. Von hieraus konnten wir über die Wahlfahrtsstadt Moulay Idris (man sagt, wenn man als Gläubiger Muslime 7 x nach Moulay Idris pilgert erspart dies eine Reise nach Mekka) auf einer genialen Bikeroute nach Volubilis radeln. Volubilis ist die am besten erhaltene römische Ausgrabungsstätte Marokkos und seit 1997 UNESCO-Weltkulturer. Wir schlenderten durch die alten Gassen und stellen uns vor, wie hier vor fast zwei Jahrtausenden Beamte, Händler und Familien gelebt haben. Das römische Reich ist auf Weltkarten anschaulich aufgezeichnet und die ganze Anlage wirklich schön gestaltet. Die Sonne machte die Steine warm, die Farben der Mosaiken leuchteten – und in der Stille zwischen den Ruinen fühlten wir die Geschichte förmlich.
Von da waren es keine 15 km nach Meknès, dem Mekka des marokkanischen Weines. Eigentlich wollten wir hier noch 1-2 Winerys besuchen, doch Google Maps ist mal wieder schneller als die Marokkaner bauen (die gefundene Adresse existiert leider erst virtuelle 🤔) und auf den Weingütern direkt hat man als Individual-Tourist schlechte Karten. So musste halt mal wieder der Carrefour ausreichen, denn Peter kann ja unmöglich den Kontinenten verlassen ohne diesen flüssigen köstlichen Erinnerungssaft 🥰. Also ging es auf direktem Weg zum Stadtbummel Meknès. Kaum betraten wir die Altstadt, fiel uns das imposante Bab El Mansour ins Auge – eines der größten und kunstvollsten Tore Marokkos, mit prachtvollen Zedernholztüren. Die Medina ist überschaubar und entspannt. Hinter den hohen Mauern erkundeten wir schmale Gassen, kleine Handwerksboutiquen und besuchten das sehr sehenswerte National Music Museum im ehemaligen Palast mit traditionellen marokkanischen Musikinstrumenten. Die Atmosphäre in den Strassen war für uns authentisch, weniger überlaufen als in Fès oder Marrakesch und im kleinen Café auf dem Hauptplatz „Place el-Hedim“ duften wir den spannenden Tag bei einem marokkanischen Minztee ausklingen lassen. Denn gleich um die Ecke stand unser bushcuiser auf dem Parkplatz, wo wir diese Nacht auch schliefen.
Unsere Tage sind nun fast an einer Hand abzuzählen 😘 und wie es ein Omen sein soll, dass wir unsere geliebte Zentralschweiz sicher nicht vergessen haben, fanden wir einen Traum-Platz oben auf dem Hügel mit atemberaubenden Blick auf den See. Und was war das erste, das wir zueinander sagten? „Dieser Ausblick sieht doch fast so aus wie unser Vierwaldstättersee in Mini“…











































