Wir waren uns lange etwas unsicher, welchen Weg wir einschlagen wollten. Gleich direkt über den Hohen Atlas nach Marrakech war eigentlich unser Plan A. Aber wir haben ja schliesslich Ferien und da darf man auch etwas planlos unterwegs sein. Und gerne wollten wir ein Zeitfenster erwischen, so dass wir an mindestens 5 Tagen einigermassen schönes Wetter in den Bergen „breichid“. So steuerten wir Richtung Agadir und füllten im übergrossen Carrefour unseren Kühlschrank auf und eins, zwei Fläschchen Rosé durfte natürlich auch nicht fehlen. Nebenbei erwähnt: 😉 Der Ramadan, dann Westsahara und Mauretanien und dann wieder Westsahara…, da war absolut nichts zu machen mit einem Glas Wein an Bord von Flury‘s bushcruiser!!! Von da ging es ins landschaftlich schöne Vallée du Paradis. Die touristische Attraktion des Canyons hat uns menschenmässig fast etwas überfordert, aber um so schöner genossen wir die planlose Weiterfahrt ins Hinterland über Täler, Schluchten und Hügel, Berge mit abgelegenen Dörfer und seinen terrassierten Feldern und einsamen Übernachtungsplätzen. Immer wieder staunen wir über die enormen Gegensätze in Marokko. Mal fühlst du dich in den Städten in grösstem europäischen Standart und keine 5 km weiter begegnet uns der Bauer auf seinem Eselskarren und bestellt das Weizenfeld von Hand. Nach einer weiteren Nacht an den Kliffen mit sensationeller Aussicht auf den Atlantik fuhren wir nach Essaouira, die „Wind City“, wie sie auch genannt wird direkt an der schönen Mogador Bucht gelegen. Essaouira strahlt mit seinem portugiesischen Flaire, der überschaubaren hübschen Medina viel Ruhe aus. Peter genoss nochmals drei Tage auf dem Kite und ich an drei aufeinander folgenden Tagen herrliche Joggingrunden. Ahhh, das tat so guet, für Körper und Geist 🥰. Am Nachmittag erkundeten wir gemeinsam die Medina mit seinen in weiss gehaltenen Gassen, genossen den frischen Fisch direkt aus dem Atlantik und staunten über den authentisch intakten Fischerhafen mit seinen blauen Booten. Alles in allem war für uns Essaouira wirklich ein Abstecher wert und die ruhige Bleibe auf dem kleinen Camp Villa Coreander sehr erholsam. Und so stürzten wir voller Freude Richtung Marrakech zu. Die pulsierende City am Fusse des Hohen Atlas ist natürlich ein Muss jeder Marokko 🇲🇦 Reise. Wir gönnten uns in dieser einzigartigen und spannende City herrlichste vier Tage. Souk runter, Souk rauf, Koranschule, abends den legendären Gauklerplatz Djemaa al Fna, Paläste, Museen, waren natürlich auch auf den Spuren von Yves Saint Laurent unterwegs und gönnten uns in herzigen Cafés eine ruhige Stunde. Der Hauch und den Charme, der über der Stadt liegt ist schon etwas mystisch und unbeschreiblich. Wären da nicht auch die Schattenseiten. Es wird enorm gebaut in und um Marrakech. Einerseits sind es die Narben vom heftigen Erdbeben 2023, die gepflegt werden. Andererseits die ausländischen Investoren, die den Markt aufwirbeln. Locals werden verdrängen und für sie ist es fast nicht mehr erschwinglich mit ihrem kleinen Salär (durchschnittlich verdient ein Marokkaner 400 Euro) in der Innenstadt zu leben. Die Preise schiessen ins unermessliche. Alle reden von 2030 und Marokko putzt sich für die Fussball-WM so richtig heraus und will sich von seiner besten und glitzernden Seite präsentieren. Dass dies oftmals auf Kosten der Schwächsten geht, ist ein bekanntes Phänomen. Ihre Freude und Begeisterung für diesen Sport ist aber so riesig, so ist es doch selbstverständlich, dass sich das afrikanische Land im Norden des Kontinenten sputet und ihre Chance packt, um es der ganzen Welt zu zeigen 🇲🇦. Und nun haben auch wir wieder einen festen Plan vor uns. Der letzte Monat in unserem ganzen halben Jahr ist angebrochen 😘. Das Wetter ist top und so zieht es uns ohne Umwege auf direktem Weg in die Berge.




















































