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Der Weg ist das Ziel

Sudan



Nun sind wir bereits über drei Wochen im Sudan …

Nun sind wir bereits über drei Wochen im Sudan und einfach begeistert von diesem Land und der netten Bevölkerung. Wenn man von Äthiopien kommt, mit den vielen Leuten und Tieren auf der Strasse die alle irgend etwas von dir wollen, ist es eine wahre Erholung sich im Sudan zu bewegen. Nachdem wir in Khartoum den Papierkrieg erledigt hatten, denn man braucht ein Travel-Permit um sich überhaupt im Land bewegen zu dürfen, ein Foto-Permit, um Fotos zu knipsen und schliesslich noch die Registrierung, konnten wir Richtung Norden aufbrechen. Die Pyramiden von Meroe mit den umliegenden Tempeln ist unser Ziel. Man kann diese Pyramiden bestimmt nicht mit denen von Ägypten vergleichen, aber bei Sonnenuntergang inmitten der Wüste und ohne jegliche Touristen ist es auf jedenfalls eine Reise wert. Direkt bei den Pyramiden stellten wir unser Nachtcamp auf und genossen die Stille und die freundlichen vorbeiziehenden Kinder. Am nächsten Tag besuchten wir die umliegenden Tempel und genossen die Weiten und menschenleere Wüste.
Westafrika, das ist unser Ziel. Und so fuhren wir zurück nach Khartoum, um noch voll zu tanken und die letzten Lebensmittel aufzufüllen für die nächsten 3000km durch die Wüste. Nach etwa 600km ist das Städtchen El-Obeid, die letzte Zivilisation, erreicht. Irgendwie gefällt mir unser bushcruiser nicht so ganz. Die Kupplung fühlt sich einfach sehr speziell an und ganz besonders wenn das Fahrzeug heiss ist. Petra kam die Idee, doch unseren Freund von Namibia anzurufen, der sich super mit dem Landcruiser auskennt. So schilderte ich ihm am Telefon unsere Sorgen und er rät uns dieses Problem wirklich ernst zu nehmen. Was würde eine Reparatur konkret bedeuten: Getriebe herunternehmen, Kupplung ausbauen, hoffen dass die Scheibe oder die Platte defekt ist und nicht schon wieder das Getriebe selbst. Ersatzteile besorgen und alles wieder zusammenbauen. Wir glaubten, es wäre doch klüger zurück nach Khartoum zu fahren, da wir bestimmt die Ersatzteile in der Hauptstadt besser organisieren können. Also nahmen wir die 600km wieder unter die Räder und gingen zurück nach Khartoum.
Dieser Entscheid stellte sich als neue Perspektive unserer Afrikareise dar. Da wir das grosse Glück hatten, in Khartoum ein Missions-Spital zu kennen und sie uns mit offenen Armen aufgenommen haben, entschlossen wir uns eine neue Erfahrung zu machen. Petra konnte kräftig im Spital mithelfen und machte Bekanntschaften mit vielen Leuten und den Alltags- Problemen hier im Sudan. Ich durfte meinen Beitrag wahrnehmen für ein Computerprojekt, das sie an einer lokalen Schule am Aufbauen sind. Wieder mal stationär zu sein, einen geregelten Tagesablauf zu haben, dies gab uns die Möglichkeit unsere Reiseeindrücke zu verdauen und sich auf Neues freuen zu dürfen. Es war eine grossartige Zeit hier im Spital und wir machten viele Erfahrungen, die wir gerne mit nach Hause nehmen.
Auch dem bushcruiser hat Khartoum sehr gut getan, denn es ist ein ganz neues Fahrgefühl mit einer so genialen Kupplung herumzukurven. Ja, da haben wir mit Richard einem Kanadier, wirklich einen genialen Mann für dieses Problem gefunden. Für mich war das Ganze sehr lernreich, denn Richard betreibt zu Hause eine ganz kleine Autogarage und wir konnten zusammen alle Arbeiten erledigen. Also… Getriebe herunternehmen und Kupplung ausbauen war angesagt. Schon beim Demontieren der Kupplungsplatte kamen uns diverse Teile entgegen, die doch eigentlich zur Kupplungsscheibe gehörten??? Als die Scheibe dann zum Vorschein kam, war auch klar warum da irgendetwas nicht so ganz funktionieren konnte. Es war definitiv die richtige Entscheidung zurück nach Khartoum zu fahren. Denn, wenn diese Scheibe (und das wäre sie bestimmt) im Tiefsand noch ganz auseinander gefallen wäre, hätte es wirklich keinen Spass gemacht, ohne Kupplung weiterfahren zu müssen. Wir öffneten noch das Getriebe und schauten uns alle Zahnräder an, ob da nicht auch noch ein Problem vorliegen könnte. Doch es scheint, dass alles in bester Ordnung ist. Da wir gerade am Reparieren waren und unser Anlasser in Äthiopien anstelle zu starten zwischendurch aufheulte, revidierte wir in auch noch. Nach drei Tagen Arbeit konnte ich unseren bushcruiser wieder mit einem ganz neuen feeling, aus der Garage fahren.
Da wir nun die Zeit hier im Sudan investiert haben und es mit den Terroristen in Algerien und Umgebung nicht wirklich zu spassen ist, entschlossen wir uns doch Richtung Ägypten weiterzufahren. Die Leute hier im Sudan sind so freundlich und hilfsbereit, wir hoffen nicht, dass sich mit dem Irakproblem allzu viel Gewalt gegen Weisse gebildet hat. Es ist einfach genial, sich hier im Sudan in den Strassen und Märkten treiben zu lassen. Man wird nicht ständig „angekwatscht“ oder irgend in einen Laden gezerrt. Die Leute gehen dem Alltag nach und man spürt, dass der Sudan noch von den Touristenströmen verschont geblieben ist. Wir durften hier in Khartoum eine super Zeit erleben und haben viel erfahren und gelernt.

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