{"id":2320,"date":"2018-06-25T17:41:55","date_gmt":"2018-06-25T15:41:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bushcruiser.ch\/?p=2320"},"modified":"2018-12-13T10:21:16","modified_gmt":"2018-12-13T08:21:16","slug":"zimbabwe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bushcruiser.ch\/?p=2320","title":{"rendered":"Zimbabwe"},"content":{"rendered":"<p>Was erwartet uns wohl in Zimbabwe? Wir kannten dieses wunderbare Land noch von unserer ersten Reise durch Afrika 1996. Die Kornkammer Afrikas, so durfte sich dieses \u00fcberaus fruchtbare Land nennen und so erlebten wir es einst. Die Schlagzeilen sind allen bekannt\u2026 Mit der Unabh\u00e4ngigkeit 1980, als Zimbabwe noch Rhodesien hiess, wurden viele Versprechen zur Landreformen get\u00e4tigt. Endlich sollten diese doch umgesetzt werden!? So versank das Land um 2000 &#8211; 2009 in einem der gr\u00f6ssten Desaster auf dem afrikanischen Kontinent. Von den \u00fcber 5000 weissen Farmern wurden bis auf 200 alle zwangsenteignet. Uns steht es nicht zu, unsere Meinung kund zu tun. Was die Kolonialisierung anrichtete, war schlichtweg sicher nicht nur richtig und gut f\u00fcr die Mehrheit der schwarzen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Facts ist:<\/p>\n<p>Der \u00fcberaus fruchtbare Boden wird noch zu einem 1\/8 der Fl\u00e4che bewirtschaftet. Die ganze Tabak-, Baumwoll- und Zuckerrohproduktion (Zimbabwe war der gr\u00f6sste Tabaklieferant weltweit) ist eingebrochen und das meiste wird seither von S\u00fcdafrika, Sambia oder Tansania importiert. Die Preise schnallten immens in die H\u00f6he. Wir bezahlten z.B. f\u00fcr 500 gr. Butter in Harare \u00fcber 12.- US$ und im KFC Fast Food f\u00fcr einen Burger gut und gerne 28 US$. F\u00fcr wenig Gutbetuchte sind solche Lebensunterhaltskosten zu tragen. Wir trafen eine zimbabwische Familie in Kariba, die in Harare lebt (beides \u00c4rzte), die uns erz\u00e4hlten, dass sie alleine f\u00fcr Lebensmittel pro Monat \u00fcber 4000 US$ ausgeben. Unser grosses Gl\u00fcck schien, dass sich der Pr\u00e4sident Ende Jahr abl\u00f6ste. Wir sp\u00fcrten \u00fcberall eine grosse Hoffnung- und Aufbruchstimmung \u2013 es kann jetzt nur noch aufw\u00e4rtsgehen! All die gef\u00fcrchteten \u00abhassle\u00bb, Strassenblocks und Schikanen der Polizisten sind nirgends mehr zu sp\u00fcren. Man bekommt wieder an den vielen Tankstellen Diesel 50 zu einem zwar stolzen Preis, aber es gibt! Die Menschen sind sehr interessiert an unserer Meinung und an unserm Entscheid ihr Land zu bereisen. Und wir trafen \u00fcberall auf sehr liebensw\u00fcrdige und dankbare Menschen. Ob in Harare, wo wir der einst gr\u00f6sste Tabak-Auktion Afrikas beiwohnten, auf dem \u00ablocal markt\u00bb Mbare Musika, im Skulpturengarten Chapungu Kraal der Shona-K\u00fcnstler, oder einfach in unserem Backpacker-Camp \u00absmall world\u00bb. Harare schien f\u00fcr uns eine Stadt der Zimbabwer zu sein. Leider fanden wir fast \u00fcberall ausschliesslich M\u00e4nnergruppen. M\u00e4nner, die in die Stadt immigrierten, mit der Hoffnung auf Arbeit. Nirgends findet man im City-Center Curio-Shops, Touristenl\u00e4den oder geschweige ein gutes Restaurant. Fr\u00fcher grosse G\u00e4rten mit Ausstellungen und Museum sind geschlossen oder verwahrlost. Wir verbrachten auf Wunsch von Alessandra, ihren 13. Geburtstag in dieser eindr\u00fccklichen und spannenden City und dieser farbige und abwechslungsreiche Tag wird unvergesslich bleiben. Diese Erlebnisse pr\u00e4gten uns sehr und sind mit Worten kaum zu beschreiben.<\/p>\n<p>Unsere Weiterfahrt Richtung Norden an den Karibasee f\u00fchrte uns durch die einst grossen Farmlandschaften Zimbabwes. Grosse Scheunen stehen leer, das Land wird kaum oder nur teilweise bewirtschaftet. Es l\u00e4sst nur erahnen, wie es einst gl\u00e4nzte. Im kleinen Ort Chinhoyi kurzer Zwischenstopp mit Besichtigung der gleichnamigen und sehr sch\u00f6nen Caves samt Fotoshooting mit einer pre-school-Klasse aus dem Dorf \ud83d\ude0a.<\/p>\n<p>Auf Kariba und den Norden freuten wir uns riesig. Das verschlafene Dorf am See, am einst gr\u00f6ssten Stausee der Welt \u00fcberzeugt mit Natur puur. Ganz selbstverst\u00e4ndlich lebt man hier zusammen mit der grossen \u00abWildlife\u00bb. Unser Camp direkt am See lieferte uns die alln\u00e4chtliche gleiche Kulisse. Ob Hippos-Gegrunze oder das Knacken der \u00c4ste vor dem Camper, wenn der Elefant wieder durchs Camp trampelte, das geh\u00f6rt zu Africa! \u00dcberall im Dorf muss man mit diesen Riesen rechnen. Nach unserer Sunset-Cruise auf dem Lake Kariba konnten wir abends nicht gleich in unser Zuhause steuern. It\u2019s not a good idea to take a shower now, meinte Edwin, vom Restaurant. Die Elefanten sind unten auf eurem Platz! Die riesige Kariba-Staumauer wurde in nur drei Jahren 1959 als kolossale Meisterleistung gebaut und es brauchte ganze 5 Jahre, bis sich der See zur jetzigen Gr\u00f6sse ausbreitete und den Sambesi auf 280 km staute. Rund um den See entstand ein riesiges Naturparadies von wunderbarer Sch\u00f6nheit. Leider, wie so oft, auf Kosten der Einheimischen, die Tonga \u2013 das Vergessene Volk am Karibasee, das umgesiedelt und entwurzelt wurde.<\/p>\n<p>Und so war der Weg nicht mehr allzu weit nach Victoria Falls. Wir w\u00e4hlten den schnellen und fahrzeugtechnisch sicheren Weg \u00fcber Sambia. Die ausgefahrene Schotterpiste entlang dem Karibasee taten wir uns und unserem bushcruiser nicht an. Schliesslich r\u00fcckt unser Termin im S\u00fcden immer n\u00e4her \u2639.<\/p>\n<p>F\u00fcr Vic Falls auf sambischer und zimbabwischer Seite gibt\u2019s nur wenig und doch sooooo viel zu sagen:<\/p>\n<p>Gigantisch, sehr nasse, 1.7 km breit, \u00fcberw\u00e4ltigend, Gischt ist 60 km weit sichtbar, bis 550 Mio. Liter Wasser pro Minute st\u00fcrzen die F\u00e4lle runter, vier Einzelf\u00e4lle \u2013 Devil\u2019s Cataract \u2013 Main Falls \u2013 Rainbow Falls \u2013 Eastern Cataract und noch mehr nass \u2013 pflotschnass!!! Aber absolut genial!<\/p>\n<p>Und zu guter Letzt den wundersch\u00f6nen und landschaftlich \u00fcberaus reizvollen Hwange-NP. Die sch\u00f6nen und einsamen Camps laden zum Verweilen ein, die Natur ist gef\u00e4rbt in ihren sch\u00f6nsten Herbstfarben. Ein bisschen aus dem Dornr\u00f6schenschlaf erwacht wirkt der Nationalpark bescheiden und einfach. Die glorreichen Tage von damals sind vorbei und dank Fleiss und Ausdauer der Ranger wird die Infrastruktur basicm\u00e4ssig aufrechterhalten. Mal gibt\u2019s Wasser, mal nicht. Schlimmer ist\u2019s, wenn es gleich bei mir ausgeht, wenn die Haare noch voll Shampoo sind (g\u00e4ll Alessandra) \ud83d\ude0a. Liebensw\u00fcrdigem Ranger Gottfried, der uns unterhaltet und die Natur n\u00e4herbringt, feinstem Gulasch ganz alleine abends am Wasserloch mit mindestens 100 Elefanten, unsere erste Begegnung mit Wild dogs (welch ein Riiiiesengl\u00fcck Y\u00c4\u00c4\u00c4H) und einmal mehr unvergesslichen N\u00e4chten mit L\u00f6wengebr\u00fcll und Hy\u00e4nengesang. Und wunderbares Kennenlernen einer s\u00fcdafrikanischen und schweizer Familie am Lagerfeuer. Und so f\u00fchrt uns der Grenzposten direkt im Hwange-NP nach Pandamatenga in ein neues Abenteuer.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was erwartet uns wohl in Zimbabwe? 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