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Der Weg ist das Ziel

Der Alltag hat uns wieder

Der Alltag hat uns wieder

Nach unseren ersten grossen Eindrücken von Afrika stand eine neue Erfahrung in Aussicht.

Etwas sesshaft sein und ein örtliches Zuhause haben, Namibia sternförmig erkunden und das Alltagsleben der Bevölkerung kennenlernen, mal einfach wieder Zeit haben und nicht immer «müssen» auf das wollten wir uns einlassen.

So startete Alessandra anfangs Januar an der Privatschule PSO in Otjiwarongo. Sie besucht für einige Monate den Schulunterricht, um so den Einblick in den Schulalltag auf namibisch zu erleben. Der Start ist wirklich gut gelungen. 8 Kinder in der 6. Klasse und ihre Lehrerin, Frau Broower ist wunderbar. Die Schule hat nur 52 Schüler auf 7 Klassen verteilt und ist so sehr familiär. Der Unterricht ist auf Englisch und es wird nebst Mathe, Naturwissenschaft, SOS, Art, Design, Info auch Deutsch und Afrikaans unterrichtet. Die ersten zwei Wochen standen ganz unter dem Motto «Sport». Leichtathletik gegen andere Schulen im Dorf und auch das ganze Wochenende absolvierten die Kids Wettkämpfe und die Eltern wurden zum Volleyballspiel und Stafettenlauf aufgeboten. Sport ist auch in Namibia grossgeschrieben. Und so kann Alessandra in einem Verein hier in Otji zwei Mal wöchentlich das Kunstturnen besuchen. Toll, so bleibt man fit und beweglich.

Das Frühaufstehen haben wir schon voll im Griff. Um 06.00 Uhr läutet der Wecker und zack zack, Mark, der Besitzer der Weavers Rock Farm, steht schon vor der Tür, denn Alessandra kann mit ihm nach Otji fahren, wenn er geschäftlich in der Stadt zu tun hat. Der Schulweg ist zwar lang, aber unbeschreiblich schön und spannend. Die Paviane und Warzenschweine rennen um die Wette. Kudus, Hasen, Giraffe, Perlhühner und sogar schon einmal ein Leopard, verhalten sich ganz still hinter dem Busch, die Dik Dik halten ihre Kämpfe und die Eulen drehen ihre letzte Runde vor Sonnenaufgang. Schulweg auf afrikanisch. These impressions never go out of my mind.

Peter ist voll am Programmieren seiner neuen Software. Nicht immer ganz so einfach, wenn man doch mal eine Internetleitung in die Schweiz sucht, scheint es, ein Elefant stehe auf der Leitung – 😊 No hurry in Africa….

Und ich geniesse meine Shoppingtouren durch Otji immer sehr (obwohl, gesehen hat man das 20 000 Einwohner Dorf noch schnell). Aber mal einen Schwatz hier und ein Kaffee da… und dann noch was besorgen, denn Hunger haben wir immer. Und ja, der Alltag ohne Waschmaschine und Staubsauger ist ja auch nicht ganz ohne. Dafür mit einer absolut genialen Toyota-Nähmaschine, mit der man einiges noch optimieren kann für unserem Camperleben 😊. Jääääh! Und wie gesagt, no hurry in Namibia ….

So sind wir langsam am Ankommen ……

Wir leben auf der Weavers Rock Farm der Familie zu Bentheim ca. 35 km südlich von Otjiwarongo. Die 6000 ha grosse Farm liegt wunderbar am Fusse des Mt. Hohenfels. Unser Campingplatz bietet uns allabendlich die schönsten Sonnenuntergänge und die Landschaft liegt uns zu Füssen. Auf der riesigen Farm leben nebst Wildtieren wie Kudus, Zebras, Oryx, div. Antilopenarten, Leoparden und Geparden, ca. 400 Rinder verteilt auf 5 Bezirken. Der Leopard dreht offenbar bei Vollmond seine Runde zu nahe an den Häuser und riss gestern Morgen ein zwei Tage altes Kälbchen. Und die Stachelschweine hören wir nachts um den Camper schleichen. Tolle Wanderungen und vor allem morgentliche Joggingrunden sind garantiert. Heute nach Norden, morgen nach Süden…. Mindestens zwei bis drei Hunde begleiten uns auf unserer Runde, so sind wir sicher unterwegs.

Die namibische Regenzeit ist jetzt im vollen Gang. Es hat schon einiges geregnet, sollte aber noch viel mehr sein. Die absolute Standartfrage ist immer. «Hat es bei euch geregnet, wie viel und auf welchen Bezirken hat es wie viel gegeben?» Überall stehen Regenmesser und an keinem geht man einfach so vorbei. In der Zwischenzeit erfreuen auch wir uns über das gesegnete Nass von oben. Herrlich, wie es nach nur drei Tagen Wasser endlich wieder anfängt zu blühen und wachen.

Das Farmleben, die absolute Ruhe, Wildlife pur und viel viel Wärme, das geniessen wir in vollen Zügen.

Die grosse Überraschung dann am letzten Montag. Franziska und Peter verlängerten ihren Strandurlaub auf Mauritius mit einem Abstecher zu uns nach Namibia. Wow, so was hätten wir uns nie erträumt und die Überraschung ist voll und ganz gelungen. Wir genossen unsere gemeinsame Zeit hier auf der Weaver’s Rock mit ausgiebigem Austausch aller News , herrlicher Wanderung in die Umgebung, Sundower Tour über die grosse Farm, Besuch eines Motocross Rennens, an dem die Jungs von Mark mitmachten und Entspannung auf der Okapuka Ranch nördlich von Windhouk. Die Stunden verflogen im Nu und der Abschied kam viel zu schnell, doch die Freude und Dankbarkeit ist unvergesslich. Vielen, vielen lieben Dank!

Die Zeit verrinnt wie im Fluge und bereits sind wir schon über der Halbzeit unseres stationären Aufenthaltes hier auf der Farm. Noch kein bisschen Langeweile ist aufgetreten, auf die wir uns eigentlich so sehr freuten. Wie heisst so schön das namibische Sprichwort: Die Schweizer haben die Uhr und wir die Zeit. Das wollen wir uns fest zu Herzen nehmen.

So nehmen wir die zwei Wochen noch in Angriff bis es für uns heisst:

„Midtermbreak “ 

 

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